
Tageszeitliches Alpentief
Das alpenländische Hitzetief ist kein Tiefdruckgebiet im herkömmlichen Sinne wie wir es uns eigentlich vorstellen. Es kommt ganz ohne Fronten aus und selbst die Luftmasse darin ist meist trocken. Das alpenländische Hitzetief ist ein rein thermisch und damit tageszeitlich bedingt entstehendes/vergehendes Tiefdruckgebiet (Bodentief = Konvergenz) das entsteht, wenn in den Alpen die Luftmasse stärker erwärmt wird als im Alpenvorland, bedingt durch effektivere Heizflächen an geneigten, der Sonne zugewandten Hängen und Felsen sowie der alpin geringeren Luftmenge die es zu erwärmen gilt. Mit der zunehmend flächig entstehenden Thermik wird die Luftdichte gegenüber dem Alpenvorland stets einen markanten Erwärmungsvorsprung (geringere Luftdichte) erfahren, was ein markantes Druckgefälle zwischen den Alpenrandgebieten und dem inneralpinen Raum verursacht, zum Alpenhauptkamm gerichtet.
Das Hitzetief hat seinen Kernschwerpunkt über dem Alpenhauptkamm und bildet nicht selten drei eindeutig identifizierbare Teil-Kernbereiche, die wir aus der Streckenfliegerei bestens kennen und in Form von flächigen Konvergenzbereichen auftreten. Ein Teilkern liegt über den zentr. und westl. Hohen Tauern, ein weiterer vom Arlberg über das Vinschgau bis ins Oberengadin sowie im Wallis bis ins nördl. Tessin. Die Entwicklung des Hitzetiefs ist ein maßgeblicher Faktor für die Entstehung und Stärke des sogenannten "Bayerischen Windes", also jenem Wind der die Kämme hochreichend in die Alpen als Druckausgleichsströmung überströmt. Analog dazu ist es auf der Alpensüdseite der Süd-/Südwestwind.
Durch die am Abend gegenüber dem Flachland rascher einsetzende Abkühlung sinkt hier die Temperatur viel schneller, die Luftdichte nimmt zu, die Luftmasse sinkt flächig ab, der Luftdruck steigt. Das Hitzetief löst sich in der Folge auf. Das Hitzetief hat eine max. Lebensdauer von ca. 6-8 Stunden. Durch sein zuverlässiges Auftreten und Verschwinden mit dem Tagesgang herrscht inneralpin übrigens stets ein großer Tagesgang des Luftdruckes, der, entkoppelt durch die großräumige Druckentwicklung, durchaus 5-7 hPa betragen kann.
Anmerkung der Redaktion:
Das alpenländische Hitzetief wird in keinem Wetterbericht erwähnt. Bei Gleitsegelwetter wird es hingegen immer wieder einmal in Verbindung mit den täglichen Flugwetterbesprechungen angeführt um auf die Entwicklung des Bayrischen Windes einzugehen, der eine hohe Streckenflugrelevanz besitzt. Das alpenländische Hitzetief ist nicht zu verwechseln mit den in Wetterberichten häufig erwähnten "Hitzetiefs" die als Gewittertief aktiv werden.
05.11.09 - 31.10.10
14.01.10 - 31.10.10
15.04.10 - 31.10.10
25.06.10 - 31.10.10
ab 27.07.10
Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit