
Dauerabo ab 14.11.11
14.11.11 - 31.10.12
01.02.12 - 31.10.12
01.05.12 - 31.10.12
15.08.12 - 31.10.12
nicht bestellbarDer vertikale Temperaturgradient ist fÜr die Stärke der Thermik mit entscheidend, denn je stärker die Temperatur mit der HÖhe abnimmt, destoleichter kann eine vom Boden abgelÖste Warmluftblase aufsteigen. Dabei ist der Betrag der vertikalen Temperaturabnahme endlich. Max. 1.0°C/100m kann sich eine aufsteigende Warmluftblase durch Expansion abkÜhlen (oder ein Kaltluftpaket beim Absteigen erwärmen). Je nach Temperatur der Umgebungsluft (Labilität) kann eine Warmluftblase solange aufsteigen bis sie das Gleichgewichtsniveau erreicht, also durch AbkÜhlung beim Aufsteigen die Temperatur der Umgebungsluft erreicht. Je besser der Temperaturgradient, desto stärker, länger und auch hÖher reicht die Thermik.
Unterschieden werden muss dabei immer zwischen:
a) Temperaturabnahme der Atmosphäre (Schichtungszustand labil, indifferent, stabil)
b) Temperaturabnahme der aufsteigenden Warmluftblase.
FÜr die Thermikbildung gelten folgende Daumenregeln:
Flachland und Mittelgebirge: Boden bis ca. 1500m (Durchmischungsschicht):
1.0°C: Sehr gute Thermik (Normalschichtung)
0.9°C: Gute bis sehr gute Thermik
0.8°C: Mäßige bis gute Thermik, Mittelgebirge gute bis sehr gute Thermik
0.7°C: Mäßige Thermik
0.6°C: leichte Thermik, Mittelgebirge mäßige Thermik
0.5°C: Nur noch schwache Aufwinde, im Mitelgebirge noch Hangthermik
Beachtet werden muss, dass zwischen Boden und ca. 1500m bei voller Sonneneinstrahlung und Hochdruckeinfluss und ohne Abschattungen in der thermisch aktiven Jahreszeit (ca. April-Oktober) immer ein vertikaler Temperaturgradient von 1.0°C erreicht wird, denn diese Schicht wird thermisch durchmischt, sofern es nicht durch extreme HÖhenwarmluft (oder Abschattungen) zu stabil ist. Je stabiler eine Luftmasse ist, desto später wird die Luftschicht vom Boden bis in 1500m HÖhe thermisch durchmischt.
Bei sommerlich stabilen und hÖhenwarmen Wetterlagen wird eben dieser Zeitpunkt erst spät erreicht, was analog dazu einen späten Zeitpunkt bedeutet, an dem die Thermik ihre maximale ArbeithÖhe erreicht. Zumeist startet dann auch die Thermik nur schwach und spät und steigert sich nur langsam.
Die in vielen FachbÜchern verbreitete Regel, dass ein Temperaturgradient Über 0.8°C/100m eine große Gewittergefahr bedeutet ist unvollständig erklärt! Diese Regel besitzt dennoch eine hohe Aussagekraft, gilt aber erst oberhalb der durchmischten Luftschicht. Erst wenn oberhalb der Durchmischungsschicht der Temperaturgradient noch so hoch ist (Labilität), besteht eine bei vorhandener, ausreichender Luftfeuchte konkrete Gefahr fÜr Überentwicklungen.
Hier gelten folgende, in der Praxis angewandte Regeln:
Temperaturgradient zwischen 1500-2500m:
Über 1.0°C: Große Gewittergefahr
0.9°C: Stark erhÖhte Gewittergefahr
0.8°C: ErhÖhte Gewitterneigung bei Quellwolkenbildung
0.7°C: Leichte Gewittergefahr bei Quellwolkenbildung
0.6°C: kaum Gewittergefahr
Wir erkennen:
Die Temperaturschichtung der Atmosphäre (nicht die Abnahme in der Thermikblase) kann unter bestimmten Voraussetzungen auch etwas Über 1.0°C/100m sein, etwa durch Zufuhr kalter Luft in der HÖhe und warmer Luft am Boden.
Maßgeblich ist schlussendlich immer die Labilität, sei es durch einen großen vertikalen Temperaturgradienten oder durch die in feuchter Luftmasse enthaltene Energie die bei Kondensation (Kondensationswärme) freigesetzt wird. Bei extrem feuchter Luftmasse und nur geringem vertikalen Temperaturgradienten kann es ebenso Gewitter geben wie bei mäßig feuchter Luftmasse aber sehr labiler Luftschichtung!
Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit