
Damit sich gute Aufwinde entwickeln können, wird in jedem Fall neben guter Labilität eine ausreichende Erwärmung des Erdbodens benötigt. Je nach Absorptionsrate des Untergrundes (Albedo) wird mehr oder weniger kurzwellige Sonnenstrahlung in langwellige (fühlbare) Wärmestrahlung umgewandelt, welche die Luft direkt erwärmt.
Damit ein Luftpaket aufsteigen kann - es braucht ja auch noch einen Auslöseimpuls - muss es ausreichend temperiert sein. Ein Maß dafür ist die überadiabatische Erwärmung die sich direkt auf die bodennahe Aufheizung durch Einstrahlung bezieht. So heizen sich die untersten 50 bis 20m über Grund je nach Jahrezeit und Sonnenstrahlung überdurchschnittlich stark auf, mit einem vertikalen Temperaturgradienten im Schnitt von deutlich mehr als 1°C pro 100m, allerdings eben beschränkt auf die bodennahe Luftschicht.
In den Alpen gilt eine Besonderheit, da hier die Einstrahlung eine durch und durch homogene, erwärmte Hangatmosphäre schafft. Aufgrund der Hanglage lösen sich die Warmluftpakete viel eher, da hier die thermische Aktivität aktiver ist und Störimpulse (Auslöseimpuls) viel zahlreicher vorhanden sind.
Bereits Mitte/Ende Februar kann sich tagsüber der Erdboden etwas erwärmen und einen Temperaturüberschuss von etwa 0.5-1.0C°C erzielen. Je nach Schichtung (Labilität) reicht dies auch schon im zeitigen Frühjahr für erste nutzbare Thermikentwicklung im Flachland, sofern das Erdreich nicht schneebedeckt oder all zu nass ist. Mitte März wird bereits ein Temperaturüberschuss von über 1.0 Grad, im April von 2.0 bis 2.5 Grad und ab Anfang Mai bereits 2.5 bis 3.0 Grad erreicht. Den größten Betrag erreicht die bodennahe Überhitzung etwa zum Sonnenhöchststand hin Mitte Juni mit etwas über 3.0°C. Unter extremen Bedingungen, wie im Trocken- und Jahrhundersommer 2003 beobachtet, kann sich dieser Wert auf etwas über 3.5°C steigern. Auch über größeren Städten kommt es zur überdurchnschnittlichen Aufheizung der bodennahen Luftschicht (Stadteffekt).
Im Herbst nimmt die Bodenerwärmung wieder ab und es bedarf immer größerer Labilität, um die auch in der Anzahl weniger werdenden Warmluftpakete noch auslösen zu können. Im Prinzip kann auch gesagt werden, dass die bodennahe Erwärmung umso geringer ausfallen darf, je größer die Labilität ist...
... und wenn dynamische Hebung an Fronten stattfindet, dann geht's auch ganz ohne Warmluftpaket in die Höh.
- Untergrund -> Stein, Sand, Gras, Wald etc. (Albedo)
- Beschaffenheit -> trocken / nass
- Vegetationsstand -> Versiegelte Flächen ohne Vegetation heizen sich stärker auf als Waldflächen
- Einstrahlung -> Abschirmungen, diffuse Strahlung
- Windeinfluss -> Stärker Bodenwind, größere die Durchmischung und umso schlechtere Aufheizung.
Die überadiabatische Erwärmung ist übrigens nicht grenzenlos. Bei 3.5 bis max. 4.0°C Temperaturüberschuß wird sich ein Warmluftpaket immer vom Boden ablösen, bedingt eine so starke Erwärmung auch das bodennahe Heranführen kühlerer Umgebungsluft. Sie unterschneidet sozusagen das Warmluftpaket. Löst sich das Warmluftpaket vom Boden ab, kühlt es sich pro 100m um exakt 1.00°C ab. Klar, mit einem Temperaturüberschuss von 3-4°C kann die Thermik eine gute Arbeitshöhe ereichen, sofern der vertikale Temperaturgradient nicht zu gering und die Luft nicht allzu feucht ist und Wolkenbildung (Kondensation) bedingt.
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Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit