
Dauerabo ab 14.11.11
14.11.11 - 31.10.12
01.02.12 - 31.10.12
15.04.12 - 31.10.12
15.08.12 - 31.10.12
nicht bestellbarIm Februar stehen nicht nur die Zeichen auf FrÜhling, auch meteorologisch beginnt eine neue Zeit in welcher der Prognostiker seinen Arbeitsablauf umstellen muss.
Mit steigendem Sonnenstand gewinnt die Sonne merklich an Kraft. Stehen im Hochwinter lediglich etwa 300-350 Watt Einstrahlungsleistung zur VerfÜgung, bringt es die Sonne Mitte Februar bereits auf 500-550 W/m², sofern nicht trÜbe Luft (Inversion) oder hohe BewÖlkung die Einstrahlung behindert. Übrigens: Im Juni zum SonnenhÖchststand erreicht die Sonne eine Einstrahlungsleistung von 1100-1200 W/m². Überdies steigt auch die Einstrahlungsdauer immer weiter an. Pro Tag um etwa 2,5 Minuten. Noch aber sind die Nächte länger als die Tage. Die Energiebilanz ist damit negativ, was bedeutet, dass bei Nacht noch wesentlich mehr Energie ins All abgestrahlt wird als am Tag eintrifft.
Dennoch reicht die Energie Ende Februar/Anfang März bereits aus, um die bodennahen Schichten soweit zu erwärmen, dass vorhandene Inversionen immer häufiger mit dem Tagesgang zumindest egalisiert (Isothermie) oder knap durchbrochen werden kÖnnen. Inversionen die im Winter abseits von labilem Fronteneinfluss sonst nicht durchheizt werden. Vor allem in den Alpen, in denen vergleichweise ein geringes Luftvolumen zur VerfÜgung steht, weil sehr viel Raum durch die Berge eingenommen werden, kann die Inversion immer häufiger aufgelÖst werden. BegÜnstigt sind natÜrlich SÜdhangexpositionen. Gute Hangthermik wird immer häufiger, die Aufwinde kräftiger und breiter.
Mit fortschreitend ansteigendem Sonnenstand und länger werdender Einstrahlungszeit gewinnt die bodennahe Erwärmung immer mehr an Bedeutung. Ab etwa Mitte März beginnt die Zeit, in der die untersten Luftschichten tagsÜber soweit erwärmt werden kÖnnen, damit die nächtliche Inversion aufgebaut werden kann. Thermische Durchmischung setzt ein. Die Zeit der hochreichenden Thermik beginnt, nicht nur in den Alpen, auch im Flachland.
FÜr den Prognostiker bedeutet diese Zeit, dass die Herangehensweise in der Prognostik wieder von Winterbetrieb auf Sommerbetrieb umgestellt werden muss. Stehen im Winter hauptsächlich eher die großräumigen Wetterstrukturen auf dem Tagesplan, werden mit Beginn des FrÜhlings immer mehr lokale und Überregionale Faktoren an Bedeutung gewinnen. Während in den Alpen während der Winterzeit vor allem nur die Schichten zwischen Talnähe und etwa 3000m von Bedeutung sind, muss mit Beginn der FrÜhlings immer häufiger die gesamte Luftschicht (Troposphäre) beachtet werden. Noch liegt viel Schnee und Gewitter sind kein Thema, doch schon im April kÖnnen je nach Wetterlage Gewitter auftreten. Immer häufiger werden nicht mehr nur (hoffentlich ausbleibende) aufziehende Tiefs mit ihren Fronten uns einheizen, sondern die Luftmasse an sich.
Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit