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      Red Bull X-Alps 2011


      Nach 2005, 2007 und 2009 hat Gleitsegelwetter 2011 den Meteo-Support für einige Teams durchgeführt.
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      Red-Bull - X-Alps 2011 (1338)

      Tag 6 - Ein richtig guter Streckenflugtag

      20:35 Uhr: Morgen erwarten uns gleich drei Witterungszustände an einem Tag. Flugwettertechnisch eine sehr spannende und anspruchsvolle Wetterlage. Es wird das Timing Über Hiking or Flying entscheiden. Freue mich schon auf die Morgenprognose, denn der HÖhentrog Über Mitteleuropa bereitet mir große Freude, wenngleich ich und wir die Athleten Morgen in der Luft bei der Aufholjagt auf Chrigel verfolgt hätten. A bissle was geht immer.


      Derweil ist noch keine Entscheidung Über Christians 5-Meter-Luftraumverletztung offiziell geworden.

      19:25 Uhr: Seit 2:30 Uhr wach und mit Kaffee vollgepumpt und ohne Powernap wartet nun nochmals Arbeit auf mich mit einer Dauer von nicht weniger als zwei Stunden nach der hier noch genÜgend Arbeit herumliegt um die nächsten Tage durcharbeiten zu kÖnnen, wären da nicht die X-Alps mit ihrem hohen Suchtfaktor des Livertrackings. Zeit mal einen Punkt zu machen, später am Abend.


      19:15 Uhr: Erste Schauer gibt es momentan am Hauptkamm sowie im westlichen Wallis. Die werden jetzt in der Nacht immer mehr und kÖnnen auch elektrisch ausfallen.


      19:00 Uhr: Randtiefentwicklung hat eingesetzt. Labilsierung nimmt nun zu und beschäftigt uns bis morgen Vormittag, evtl. bis am Mittag. Auf der Satelittenbildanimation ist es noch besser zu sehen. Link.

      Quelle: Sat24.com


      17:25 Uhr: Die Labilsierung macht nur kleine Fortschritte. Wie schon gestern, gräbt sich die abschattende QuellbewÖlkung selbst den Aufwind ab und die Cumuluskonvektion verharrt auf stagnierendem Niveau. Schauer oder Gewitter, wie auf anderer Quelle scheintbar vorhanden oder erkannt, sind nach aktuellem Stand noch keine unterwegs.

      Quelle: sat24.com

       16:51 Uhr: "Under investigation. Tracklog not complete near Airspace" Christian Maurer, was machst Du?


      16:38 Uhr: Michael Gebert hat den Kampf aufgegeben. Schade...


      16:15 Uhr: Michael Gebert auf tiefem Niveau am Basteln im Vinschgau. Schwaches Steigen, aber jeder Meter zählt. Michi, Du packst das, oder willst Du das Stilfserjoch am Abend hochlatschen... hopp. :-)


      15:35 Uhr: Christian Mauerer haarscharf knapp an der TMA fÜr ein Power-Nap gelandet? Gemäß Satellitenbild zwar kräftige QuellbewÖlkung im Tessin, im Vinschgau und den Dolomiten, aber noch komplett schauerfrei. Das dÜrfte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Erst am späteren Abend labilsiiert es. Habe beschlossen Chrigel Maurer ab sofort nur noch Christian zu nennen, hochachtungsvoll vor seiner Leistung wie es ihm gebÜrt.


      14:35 Uhr: Sehr schwierige Bedingungen in den Dolomiten. Dort sind die Abschattungen flächig, die Talwinde hochreichend welche die gesamte Hangthermik verblasen. Die besten Aufwinde scheinen nicht erreichbar zu sein, wenn man sich die FlÜge anschaut. Teilweise sind die Piloten sogar eingelandet. Deutlich besser geht es im Vinschgau, wo sich Michael Gebert und Thomas Drlodot die Bärte gegenseitig zuschieben. Und es fliegt dort gut. Von Tomma Coconea fehlt seit Stunden jede Spur, während Chrigel Maurer fast eine gerade Spur nach Westen zieht. Vor drei Stunden sprach ich vom Erreichen des Laggo Maggiore, dessen HÖhe er in diesem Minute nÖrdlich vorbeirasend erreicht hat.

      Wenn alles passt hat er noch fÜnf bis sechs Stunden Flugzeit vor sich. Einen gewaltigen Flug lässt Chrigel da raus. Welch eine Inszenierung, welch hohe Kunst des Thermikfliegens. Es ist atemberauben, entzÜckend, ja eigentlich unfassbar was hier von Chrigel und Thomas im gesamten geleistet.

      Mein Vater grad schreit ins BÜro in tiefstem Schwäbisch gerade herein: "Wie fliegt denn der Maurer, der kurbelt ja gar nicht. Hat der einen Motor hinten dran". Das geht ja gar nicht wie der fliegt :-)


      14:05 Uhr: Airola hatte um 13:50 Uhr BÖen von 26 km/h bei Mittel 6 km/h aus 319°. Faido 23 BÖen, 11 Mittel aus 290°C. Typisch nordfÖhnig fÜr das Tessin. Alle Stationen sÜdlich davon sind thermisch durchmischt und sommerlich warm mit 27 Grad in Lugano. Feines Wetterchen. WÜrd am liebsten alles stehen und liegen lassen, Schirm auf den RÜcken schmeißen und zum Fliegen dackeln.


      13:10 Uhr: Chrigel Maurer umfliegt soeben haarscharf aber souverän den Luftraum um Bellinzona. Derweil kämpfen die Athleten weit abgeschlagen mit nicht so einfachen Bedingungen. Die Thermik scheint tricky, versetzt und durch hochreichenden Talwinde verblasen zu sein. Zudem hat flächige Wolkenthermik eingesetz die teilweise abschattet. Zu einigen Schauern wird es gemäß meiner Prognose an die Teams wohl auch kommen. Es ist noch frÜh am Tag und die Cumuluskonvektion ziemlich fortgeschritten. Ich werde mit der Prognose wohl rechtbehalten, dass mit Winddrehung auf West am Nachmittag die Anfeuchtung noch grÖßere Fortschritte macht. Schauer, vielleicht Gewitter sind mÖglich.

      Quelle: Sat24.com


      11:15 Uhr. Sichtliche Schwierigkeiten haben jene Piloten, die in den westlichen Dolomiten und im Pustertal haben. Der NordfÖhn fÜhrt sichtlich zu versetzten und verblasenen Thermiken. Chrigel Maurer hat derweil den TP5 in der Tasche und macht sich nun auf zum Comersee, den er noch ab Mittag erreicht. Am Abend wird er, so nichts dazwischenkommt, das Tessin, vielleicht den Laggo Maggiore erreicht haben, einen leckeren Latte Maggiato schlÜrfen und sich im Livetracking ansehen, wo sich denn der Rest so lange aufhällt.

      Interessant gehalten wird der Wettbewerb derzeit durch das Verfolgerfeld, hinter Tomma Coconea. Später mehr.


      10:35 Uhr: Am Diabolezza auf 3002m weht Westwind aus 289° mit maximal 18 km/h. In Pontressina auf 1900m selbe Richtung, selbe Windgeschwindigkeit. Am Bernina 2325 aus 316° mit max. 25 km/h. Es fÖhnt. Poschivo hat schwachen Nordwind, Robbio thermischen SÜdwind.


      10:15 Uhr: Heftige Steigwerte bei Chrigel Maurer. Die Theorie wird wieder einmal bestätigt. Durch die anliegende NordstrÖmung (l. NordfÖhn), wird sehr trockene Luft herangefÜhrt und die Einstrahlung wird nicht durch Dunst behindert. Zudem sorgt der FÖhn fÜr einen guten Temperaturgradienten, da er während der Nacht die Luft permanent umgewälzt hat. Das bedeutet: Keine Inversion und ein guter Temperaturgradient. Ein bisschen FÖhn ist nicht schlecht. Gerade in der thermisch aktiven Zeit kann er dazu fÜhren, dass HÖhenwarmluft schnell bis zum Boden durchgemischt wird und die Stabilität reduziert wird. Die Tempprognosen im Lee des Hauptkammes haben bereits gestern Abend diese Situation ganz markant signalisiert. So beträgt der Temperaturgradient etwa 0.8 bis 0.9K pro 100m.


      Es wundert nicht, dass Chrigel Maurer sehr frÜhe und starke Thermik hat, die mit Steigwerten von 8 bis 10 Metern in der Sekunde glänzt. Wahnsinn. Er fliegt auch in einem Gebiet, das hochalpin genug liegt, um nicht in die windigen Talbereiche zu geraten, wo die Thermiken frÜh windverblasen nicht so einfach zu nutzen sind. Ein perfektes Rennen.


      09: 15 Uhr: Chrigel Mauer hat sich wieder einmal die Pole Position gesichert. Nordostscharte, von der Sonne in trockener Luft schon lange angestrahlt, unterstÜtzt durch Nordwind. Die Thermik funktioniert dort oben bereits viel besser als in den tieferen Schichten. Er kann frÜh aufdrehen, und es wird frÜh hoch hinausgehen, auch fÜr die anderen Athleten die sich derzeit auf einen langen Flugtag vorbereiten. Es wird nicht mehr lange dauern.

      Manchmal wÜnsche ich mir in diesen geilen Tagen einen STOP-Button mit Re-Live-Funktion zu haben, damit wichtige Arbeiten nicht gar so sehr leiden. Die X-Alps sind schon eine starke Droge. Am liebsten wÜrde ich alle Arbeiten einstellen, den Schirm schnappen und selbst fliegen gehen. Zumindest letzteres verhindert das Nordalpen-Sauwetter erfolgreich.


      08:30 Uhr: Die aktuelle Wettersituation:

      Quelle: Sat24.com

      Der gesamte SÜdalpenbereich, vom Hauptkamm nach SÜden zu, ist durch den NordfÖhn abgetrocknet worden. Das Randtief, das uns ab dem gestrigen Nachmittag Schauer und Gewitter brauchte, es wurde regelrecht abgetrocknet. Paul Guschlbauer hatte vor seinem abendlichen Abgleiter bereits vom kräftigen Nordwestwind berichtet, was an der Zugrichtung der Schauer einfach nachvollziehbar war.

      Derzeit wehen die Winde in der HÖhe aus Nordwest bis Nord mit teilweise 20-25 km/h im Mittel und BÖen bis 40 km/h. Die Nord-SÜdalpen verbindenden Pässe sind besonders davon betroffen. Dieser Zustand bleibt gerade dort heute noch erhalten, fussend auf weiterem Druckfall durch die kräftige Tageserwärmung. Die Nordalpen sind feucht und kÜhl, der Druck ist trotz Schlechtwetter hÖher als in den SÜdalpen. Vom Hauptkamm nach SÜden abgesetzt wird der FÖhn durch die thermische Aktivität etwas kompensiert. Es wird heute sehr spannend, denn der FÖhn wird sicher zur ein oder anderen Situation fÜhren, die wir im Livetracking mitverfolgen kÖnnen. Die Thermik legt heute frÜh los. 


      06:20 Uhr: Als hätten sie sich abgesprochen. Chrigel Maurer gleitet ebenfall ab.


      06:15 Uhr: Evgenii Gryaznow fliegt als erster Athlet des Tages. Der Tag wird sehr spannend. leichter bis mäßiger NordfÖhn, am Nachmittag und Abend einhergehend mit Labilisierung. Zwei Witterungsphasen wieder an einem Tag. Heut werden voraussichtlich die grÖßten Strecken mÖglich sein, wenn der NordfÖhn dies zu lässt. Teilweise liegen heute morgen deutliche NordfÖhnwinde vor, gerade im Bereich Vinschgau, wo der Reschenpass die Verbindung zu den Nordalpen herstellt.


      03:45 Uhr: Ein feiner Streckentag beginnt.


      Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit