

23:00Uhr: So schön die X-Alps auch sind, so anstrengend sind sie auch als Meteosupporter. 11 harte Wetter- und Prognosetage sind vorbei und ich freue mich schon sehr auf wieder geregelte Tagesabläufe danach. Die Ruhe nach dem Dauerbrainstorming tut Not. Die geistige Erschöpfung ist auch bei mir am werkeln.
21:00 Uhr: Der Kampf um Platz drei wird von Aidan Toase und Honza Rejmanek bestritten und auch der Russe Gryaznov hat noch Chancen auf's Posdium. Als zweiter im Feld ist Alex Hofer schon weit in die franz. Alpen vorgedrungen. Ihn wird man kaum noch einholen können und ob er das Ziel in Monaca erreicht? ich denke schon, doch das wird nicht einfach, denn das Wetter stellt sich doch wieder quer. Ein interessantes Dual gibt es auch noch im Wallis. Dort kämpfen der Finne Makkonen, der Japaner Takats und Michael Gebert um den 6. Platz. Spannende Sache... auch wie Michaels Flug heute abruppt beendet wurde.
18:30 Uhr: Was für ein perfekter Flugtag. Dabei sollte heute doch Föhn aufkommen und stören? Nun, das Gewittert ief das dafür sorgen sollte, das über Frankreich noch gestern Abend und am Morgen modelliert worden war, es bildete sich einfach nicht und so bliebt der Föhn bisher auch weitgehend aus, auch wenn einige Föhnreferenzstationen stets einen föhnigen Eindruck hinterlassen haben. Der Druckgradient blieb zu schwach und die thermischen Winde überlagerte dies. So flogen und fliegen die Piloten heute auf Teufel kommt raus und es ist in der Tat der beste Flugtag der X-Alps für alle Piloten. Auch Piloten die sich nicht zur Elite zählen fliegen heute große Strecken. Das ist so schön die Leute beim Fliegen zu beobachten, das kann nur durch selber Fliegen getoppt werden, z.B. bei uns im Alpenraum wieder am Samstag, denn die GFS-Prognose macht uns wieder ein Zwischenhochfensterchen auf.
16:30 Uhr: Hochspannung an der Matterhornwende. Romon Morillat, Michael Gebert, Pal Takats und Chrigel Maurer haben die Wende als einzige mit einem Hin- und Rückflug in den Matterhornwendepunkt genommen. Unser Päärchen, die schon viele Geh- und Flugkilometer abgespult haben (Gebert/Takats) haben sich getrennt und beide fliegen nun völlig andere Wege. Die Thermik scheint heute das allererste Mal, wenn auch mit mäßiger begrenzter Arbeithöhe, so richtig gut auch für Nicht-Cracks zu funktionieren. Klasse, klasse, klasse! Max Fanderl zieht es irgendwie vor am Nufenenpass zu verweilen. Andi Frötscher, der eine ganze Weile immer in der Nähe von Max war, ist ebenso fliegend in der Luft wie Julian Wirtz. Beide sind über der Bettmer- und Riederalp unterwegs, mit sicher beeindruckendem Blick auf den Aletschgletscher.
Da wird noch an vielen Ecken um echt gute Platzierungen gefightet. Sehr spannend. Von der Wetterfront gibt es nix neues, also fliegt was das Zeug hält.
12:20 Uhr: Alex Hofer ist gestartet, doch er kämpft sichtlich mit den nicht sehr hohen Arbeitshöhen. Die war vorhergesagt worden. Zu stark ist das Absinken der Luftmasse, ziemlich nah am Hochkern liegen. Sowohl der Luftdruck in der Höhe und am Boden liegen rel. knapp übereinander. Am Nachmittag noch etwa 2700m möglich, mit ein bisschen Luft nach oben und Süden. :-) Go Alex go!
10:30 Uhr: Während Chrigel Maurer seinen Event (durch bewusst herbeigeführtes taktisches Geplänkel der Veranstalter) um eine Nacht verlängern musste, kämpfen sich Pal Takat und Michael Gebert zum Matterhornwendepunkt vor und zwar fliegend. Das sieht sehr abenteuerlich aus. Der Russe Evgeny Gryaznov begegnet ihnen, gehend. :-) Ob da nicht schon der Südwind ansteht? Das Wetter ansonsten, einfach schön (wo bleibt der Föhn?) und nur ganz wenige Wolken stehen am Himmel.
Aber... Chrigel Maurer ist gelandet, nicht auf dem Floß sondern im See. :-)
Herzlichen Glückwunsch TEAM Schweiz III zum Gewinn der X-Alps 2009.
Dieser weiße Schimmer über den Bergen ist nicht etwa Schnee, sondern es sind Quellwolken welche die Täler und Gebirgszüge markant voneinander abheben lassen. So schön das Satelittenbild aussieht, ich erkenne darin doch das große Feuchteangebot in den unteren Schichten bis 2500m und eine gewisse Stabilität, besonders in den Südalpen, eben wegen den gar so vielen Wolken. Die Kaltfront von zuletzt, sie hat die Luftmasse nicht ausreichend genug ausgeräumt, sondern wieder nur einmal modifiziert. Anstatt den Liter Öl wegzuschütten und Wasser nachzufüllen, wurde nur etwas Wasser ins Öl gegeben und so setzt sich Wasser vom Öl ab. Die Feuchte bleibt dazwischen kleben, über den Bergen.
Quelle: www.sat24.com
07:45 Uhr: Auf den hinteren Rängen wird noch intensiv um Platzierungen gekämpft. Unser deutscher Vertreter Michael Gebert arbeitet sich zusammen mit Pal Takats zur Matterhornwende voran, die der Russe, welch ein Kampftyp, bereits in der Nacht genommen hat. Deutlich weiter abgeschlagen stehen Tom Payne, Jan Skrabalek und Kaoru Ogisawa bei Bellinzona im Tessin.
Im Wallis steuern Max Fandern und Andi Frötscher, nur wenige KIlometer auseinanderliegend, auf den Nufenenpass zu. Das Walliser Trio wird von Ramon Morillas angeführt der den Nufenenpass schon hinter sich hat. Da ist zumindest noch etwas Spannung vorhanden, was die Platzierungen angeht. Ob sich das Trio heute in Luft wagt und um Ränge gekämpfen wird ist fraglich, denn leichter Südföhn stört. nördl. vom St. Gotthard. Am Gütsch (Schweizer Referenzberg für Südföhn) ist der Südföhn schon mit 45er Böen angesprungen.
Quelle: www.sat24.com
Gut zu erkennen ist der Südstau in den bodennahen Schichten, der sich bis zum südl. Alpenhauptkamm vorangearbeitet hat. Ein leichtes Spiel für die feuchte Luftmasse, denn die tiefen Einschnitte mit sehr tief liegenden Tälern in den Südalpen begünstigt das Einströmen und das schnelle Vorankommen der feuchte Luft zum Hauptkamm hin doch sehr.
Übrigens: Durch den flachen Einstrahlwinkel der Sonne am Morgen wird das Satelittenbild dramatischer dargestellt als es ist. Die Schattenwirkung verstärkt den Eindruck sogar noch. Den Umstand muss der Beobachter immer mit berücksichtigen. So erkennt man heute morgen auch rel. dichten Cirrus über der Mitte Deutschlands, der viel weniger dicht ist als das Satelittenbild einen glauben lassen mag. Für Chrigel alles kein Thema, der heute in der Sonne, im Meer und in der Masse der Glückwünschenden badet. Das Team Schweiz III hat es total verdient.
Halt Stop! Einer wurde vergessen. Alex Hofer. Er ist bis an den Col du Calibier vorangekommen und wird wahrscheinlich erst Morgen Monaco erreichen, wobei der Südwestalpenbogen heute unter schon wieder sehr stabiler Luftmasse liegt. Eine markante Inversion in 2300m liegt vor, die erst am Nachmittag über dem Hochgebirgsrelief angeknabbert wird. Ob es für Alex heute so einen tollen Flugtag geben wird wie für Chrigel Maurer?
Dahinter werden Aidan Toase und Honza Rejmanek den Weg zum Mt. Blanc schaffen. Nur Alex Hofer dürfte in den nächsten 48 Stunden noch das Ziel erreichen. Auch das muss als großer Erfolgt verbucht werden, denn Chrigel Maurer, dessen Landung auf dem Floß heute nur noch Formsache ist, flog in einer völlig anderen Dimension.
05.11.09 - 31.10.10
14.01.10 - 31.10.10
15.04.10 - 31.10.10
25.06.10 - 31.10.10
ab 27.07.10
Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit