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Red Bull X-Alps 2009


Nach 2005 und 2007 hat Gleitsegelwetter auch 2009 den Meteo-Support für einige Teams durchgeführt.
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Red-Bull - X-Alps 2009

Tag 9 - Erst bockstabil, dann explosionsartig labil

23:55 Uhr: Sodele, geschafft. Die Front geht jetzt im Wallis mit Gewitter durch und schon in der Nacht und am frühen morgen geht der Himmel von Westen wieder auf und öffnet ein gutes Flugfenster für alle.

20:45 Uhr:
Während Chrigel Maurer an der Spitze seine Führung massiv ausbaut und er der gesamten Gleitschirmszene vorführt wie man Gleitschirm fliegt, hat sich im Nordtessin im Mittelfeld eine Fünfergruppe gebildet. Die Piloten liegen nur wenige Kilometer auseinander. Angeführt wird der Trupp von Andi Frötscher, gefolgt vom Kaoru Ogisawa, Max Fanderl, Jan Skrabalek und Tom Payne. An der Front scheint Alex Hofer, gefolgt von Honza Rehmanek und Aidan Toase abgeschlagen. Der Rückstand ist riesig. Der Finne Jouni Makkonen und der Russe Evgeny Gryanzow steuern derweil den Matterhornwendepunkt an.

Morgen hat Chrigel bei sehr gutem Rückseitenwetter die Chance auf einen Hammerflug bis Monaco. Er wird es tun.

18:45 Uhr: Wo fliegt Chrigel Maurer? Genau, zwischen den vorlaufenden Gewittern und der Kaltfront. Zum Gewinnen braucht es auch ein bisschen Glück.



17:45 Uhr:
Chrigel Maurer fliegt allen davon. 110km und das weitgehend fliegend bei dieser bockstabilen Luft wo die änderen unter 2000m um jeden Meter kämpfen den sie nicht gehen müssen. Momentan setzt er zur Talquerung nach Saint Michael in den Savoien an. Auch das packt er. Danach steigt er in die Westhänge ein. Chrigel Maurer ist kein Gleitschirmflieger. Er ist Künstler und Artist. Welch eine Demonstration.

15:55 Uhr: Heli Eichholzer hat die TMA3 Locarno, die schon Toma Coconea zum Verhängnis wurde, mit 55m überschritten und wurde disqualifiziert. So ein Mist. Von der Wetterfront gibt es noch nichts neues. Die vorlaufende Gewitterkonvergenz wird durch die vorhandene sehr trockene und nahezu heiße Luft in den Nordalpen stark abgeschwächt. In den Südalpen ist die Sperrschicht derart stark, dass sich die Quellbewölkung seit dem Vormittag über Stunden hinweg an der Inversion ausbreitet. Unerträgliche Schwüle herrscht vor und macht es den Gehenden auch nicht einfacher als den Fliegenden. Es braucht noch die zusätzliche Labilisierung durch die Front, die sich langsam den Westalpen nähert. Das kann dauern. Bis dahin alles mitnehmen was geht. Chrigel Maurer tut dies nun in den Savoien mit dem Talwind.


Quelle: www.sat24.com


15:30 Uhr:
Helmut 'Heli' Eichholzer ist raus? Er wird im Livetracking als "ausgeschieden" gekennzeichnet. Was ist da passiert? Derweil ist das schweizer Führungsduo in Aktion. Alex Hofer fliegt, Chrigel Maurer geht. Ein Bild das man bei den X-Alps dieses Mal noch nicht so oft gesehen hat. Dabei hat Alex Hofer mal eine max. Arbeitshöhe von etwa 2500m erreicht, die er jetzt südlich von Martigny.

12:15 Uhr:
Chrigel Maurer, der bereits wieder einige Kilometer fliegend in der tiefen Hangthermik zurückgelegt hat, wird in den nächsten Stunden von einer Gewitterkonvergenz erfasst die bereits an den franz. Westalpen angekommen ist. Auch Honza Reijmanek fliegt in der Hangthermik, ohne dabei Anzeichen für hochreichende Thermik abzubilden. Es zeigt sich wieder einmal, dass sich mit entsprechendem Aufwand und höchster Konzentration in der alpinen Flugmeteorologie noch viel mehr machen lässt als derzeit angeboten wird. Ich rechne in Kürze damit, dass die Abschattungen der Gewitterkonvergenz Chrigel Maurer etwas auf die Füße zwingen werden, denn die Gewitterkonvergenz kommt voran. Auch der zunehmende Südwestwind wird ein Problem werden, mit dem auch die anderen zu tun haben werden.


Quelle: www.sat24.com

10:45 Uhr:
Feuchte Dunstluft und der Decke ist drauf. Noch vor zwei Stunden war das alles viel dichter. Helmut Eichholzer meldete sich gerade und wollte in Erfahrung bringen, ob das noch aufgeht. Nunja, auflösen tut sich das schon noch, aber die Luftmasse ist heute schon sehr stabil mit einer echten Inversion - die Lufttemperatur steigt zwischen 1800 und 2200m sogar noch an. Etwas Hangthermik wird man auslöffeln können, aber ob das lohnend ist? Ein Kampftag, wie ich in der gestrigen Prognose schrieb. Sehr stabil ist es da, wie heute im gesamten Alpenraum. Krasse Höhenwarmluft mit einem tonnenschwerem Deckel. Besonders im Süden. Da bräuchte man 40 Grad am Boden oder 20 Grad in 2000m um 3000m Arbeitshöhe erreichen zu können. Für 2500m Arbeitshöhe reichen 30 Grad am Boden aus. Das wird heute wohl auch so die max. Arbeitshöhe für die meisten bleiben, wenn die Inversion aufgeheizt worden ist. Da bleibt nur ein Trick: Sehr dichtes Befliegen am Gelände, denn die dünne Hangatmosphäre trägt immer etwas und noch eher in felsigem als bewaldetem Terrain. Chrigel ist der Perfektionist darin.

Wir bezahlen jetzt den Preis der fortgeschrittenen Jahreszeit. Die kühlere Höhenluft wird immer schneller von der höhenwarmen Luftmasse abgelöst. Sie ist stets nah. Die Zeitspanne mit der thermisch für uns interessantesten Luftmasse zwischen labiler Rückseite und schon wieder stabiler Höhenwarmluft wird schon deutlich kleiner. In Zeiten unbeständiger und rasch wechselnder Witterung sind wir zum Zwischenhochfliegen in günstigeren Flugfenstern verdonnert, im eindeutig zweideutigen Sinne. Eine solches Fenster haben wir am Mittwoch, nachdem am Dienstag eine Front durchgeht und die Luftmasse in den Nordalpen weitgehend austauscht, in den Südalpen nur modifiziert (abkühlt). Die Vorboten stehen über Frankreich in Form von Altocumulusfeldern bereit.


Quelle: www.sat24.com

08:30 Uhr:
Der Tag fing hier schon mit einer Katastrophe an. Workstation ausgefallen, lässt sich nicht mehr booten. Wahrscheinlich Festplattendefekt. Die sterben bei mir wie die Fliegen. Daher erstmal Rechner reparieren und Backup aufziehen. Solange wird bei den X-Alplern heute morgen auch noch nix gehen. Es ist bockstabil mit Hangthermik die später etwa 2500m reichen wird. Das sind so Tage wo Du am Berg stehst und Du lange Zeit Zweifel hast ob Dich die Hangthermik überhaupt trägt und es nicht auslösen mag. Plötzlich geht alles schnell. Erst urplötzliche Quellungen und schon ist er da, der Cb. Dann war es zwar hochgradig labil, aber für uns thermisch zu stabil. Diesen Zustand nennt der Fachmann dann potentiell labil.


Quelle: www.sat24.com

Die Feuchte ist schon da - war sie gestern schon, wird heute aber von der Sonne nochmal weggeheizt bevor ab Mittag von Westen die thermisch stabile Luftmasse in Hebung versetzt wird und Gewitter den führenden im Wallis im Wege stehen werden. Potentiel labil war auch meine Workstation. Dieser hat der Stillstand während des Festwochenendes nicht gut getan. Nun werde ich erstmal genüsslich die defekte Festplatte ersetzen.

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