

23:15 Uhr: Chrigel Maurer hat wieder ein Handy. Eben noch am Jenner, finden wir ihn nun westlich des Steinernen Meeres im Saalachtal bei Hohlwegen wieder. Der Amerikaner Honza Reijmanek ist ganz in seiner Nähe. Bettzeit. Um 4:30 Uhr ist Tagwacht.
22:25 Uhr: Christian Amon hat am linken Bein eine größere Verletzung erlitten, mutmaßlich einen Archillessehnen An- oder Einriss, und kann die Tour wohl nicht fortsetzen. Das sieht nicht gut aus.
21:35 Uhr: Toma Coconea rennt allen davon. Ja, er rennt oder joggt. Anders ist diese Geschwindigkeit nicht zu erklären. Ob er ahnt welches Wetter in den nächsten Tagen auf ihn zukommt? Mittlerweile sind alle Prognosen im Kasten und es zeichnet sich in vielerlei Hinsicht eine höchst spannende Wetterwntwicklung in der ersten Wettbewerbswoche ab. Kein Tag wird gleiches Wetter bringen und täglich muss man sich auf völlig neue Eventualitäten einstellen. Am Montag ist der der lebhafte und zeitweise etwas turbulente Westwind sowie die nur mäßigen Arbeitshöhen. Zudem sorgen ein paar Wolkenfelder für Unsicherheiten. Am Dienstag kommt vorübergehend ein schwall feuchter Luft, bevor auf Mittwoch heißer, recht kräfiger und trockenner Süd-Südwestwind in die zentralen Südalpen drückt. Die Nullgradgrenze schnellt auf über 4500m hoch und womöglich kommt thermische Totluft in die Alpen die am Donnerstag noch stärker, gar stürmisch wehen soll. Über zu wenig Arbeit kann ich mich also weiterhin nicht beklagen. Es gibt an allen Fronten viel zu tun. Aber das kenne wir ja schon seit April....
20:15 Uhr: Während Chrigel Maurer (SUI III) am Jenner ohne Handy dasitzt, ist Alex Hofer am Westhang östl. vom Königsee aufgestiegen und an des Südende des Sees abgeglitten. Derweile haben es tatsächlich ein paar Piloten gewagt, über das Wimbachtal das Steinerne Meer zu passieren. Die Führenden Toma Coconea und Michael Gebert haben noch ein Tal weiter nördlich durch die Ramsau zur Loferer Bundesstraße geschafft. Eine kühle und angenehme Gehnacht steht bevor um morgen möglichst günstige Startplätze erreichen zu können. Der auch morgen zapfig wehende Westwind und die eher tiefbasige Quellbewölkung, sowie einige Abschattungen, werden die Taktik bestimmen. Ein Prognoseausblick gibt es später.
16:50 Uhr: Die letzte Aktualisierung in den nächsten Stunden. Prognosebetrieb ruft. Die Ersten erreichen derzeit den Watzmannzylinder und werden offensichtlich tatsächlich das Wimbachtal die Ramsau nehmen. Christian Amon erreicht momentan als erster den Watzmannzylinder, dicht gefolgt von Michael Gebert und Toma Coconea. Der Himmel ist rel. blau geworden. Derzeit im Berchtesgadnerland rel. aufgelockerte Bewölkung bei etwa 3-5/8 Cu mit Basis um 2500m. Die Athleten liefern sich ein heißes Rennen auf kühlem Pflaser. Die Luft wird trockener, der schwache Zwischenhochkeil wirkt.
15:45 Uhr: Hmm, evtl. versuchen die Team heute durch das Wimbachtal auf das Steinerne Meer zu kommen um dann nach Saalfelden abzugleiten. Es macht um dem Watzmann immer mehr auf. Bereits 4/8 blauer Himmel mit auflockernde Altocumulus-Bewölkung.
15:05 Uhr: Die Webcam vom Königsee zeigt Richtung Osten auf den Hohen Göll durchbrochene Cu-Bewölkung an. Etwas Blau ist schon mit dabei. Tragfähig ist diese Art der Cu-Bewölkung nicht.
Quelle: web76.hawk.city-map.de/webcam/webcam.jpg (Webcamuhr stimmt nicht)
Man kann davon ausgehen, dass heute wohl nicht mehr geflogen wird, da der einzig wirklich brauchbare Startplatz am Jenner keine lohnende Ausbeute an Kilometern ermöglich und ein Fliegen durch den Watzwann-Zylinder bei fehlender Thermik wohl keinen Sinn macht. Die Athleten sind sehr schnell. Wahrscheinlich werden sie schon um 16:30 Uhr den Watzmannzylinder erreichen. Dannach wird man wahrscheinlich die Route nordwestlich vom Watzmann durch das Wimbachtal nehmen.
14:12 Uhr: Alle Athleten sind nach dem Abgleiter vom Gaisberg nun zu Fuss unterwegs. Geschätzte Ankunftszeit am Watzmann, bzw. dessen Zylinder, der einen 6km Radius besitzt: Ca. 17:30 Uhr. Wetter passt. Es sollten in den nächsten Stunden keine Schauer mehr niedergehen. Ob heute noch geflogen wird? Das Terrain auf dem Weg ins Pinzgau ist bei den Verhältnissen eher schwierig. Doch aus Westen gibt es zunehmende Auflockerungen und die labile Luft trägt, wenn auch nicht viel, rel. schnell. Thermisch verlängere Abgleiter können erste Vorteile sichern. Richtung Salzachtal bereits durchbrochener Sonnenschein mit Basis um 2500m.
13:00 Uhr: Pierre Carter (RSA) ist vor Christian Amon (AUT2) und dem deutschen Michael Gebert (GER) am Gaisberg angekommen. Toma Coconea (ROM) scheint einen Stadtausflug durch Salzburg gemacht zu haben um dann durch den Gaisbergwald den Pfad auf den Gipfel zu suchen. Mehr als ein paar Tropfen hat es nun übrigens nicht gegeben. Die ersten Schauer sind durch. In den nächsten Stunden gibt es mit dem lebhaften westl. Höhenwind ein paar Auflockerungen. Am Gaisberg steht nun Nordwestwind an.
12:30 Uhr: Bei erwartet widrigem Wetter sind die Piloten nach dem Start in der Salzburger Innenstadt auf dem Weg zum 1265m hohen Gaisberg, wo bereits viele Zuschauer auf das Ankommen der Athleten warten. Die Webcam zeigt: Der Berg ist voll. Die tolle Webcam der dort beheimateten Gaisbergflieger zeigt auch: Der Wind weht erwartet aus WNW und passt zum Abflug vom ersten Wendepunkt. Aus dem Chiemgau ziehen derzeit die Reste des Okklusion auf. Die Schauerwahrscheinlichkeit beträgt während der nächsten Stunde etwa 60%. Während die Teilnehmer ihre Herausforderung angenommen haben und schon kurz vor dem Gaisberggipfel stehen, stehe ich noch vor technischen Problemen. Das Live-Tracking funktioniert noch nicht richtig.
07:15 Uhr: Alle Prognosen sind nun im Kasten. Die Teams stehen heute vor dem Problem die eine Okklusionsfront stellt. Erst Restwolken, dann mittelhohe Schichtquellwolken die von Westen aufziehen. Mit ihnen kommt wieder mehr Westwind ins Spiel und auch einzelne Schauer sind zu erwarten, die momentan den Bodensee erreicht haben. Die Schichtung ist feucht-labil bis etwas über 4500m hinauf. Für Schauer reicht das aus. Zudem hat es im Salzburger Raum in den letzten 48 Stunden über 70mm Regen gegeben. Die sich rar machende Sonne wird sich schwer tun wirklich gut nutzbare Thermik zu produzieren, Labilität hin oder her.
04:30 Uhr: Aufstehen. Der erste Gang an den Rechner. Die Monitore sind schon an. Satelittenaufnahmen, Bodendruckkarten, Sondenaufstiege und Wind checken; Kaffee aufsetzen.
05.11.09 - 31.10.10
14.01.10 - 31.10.10
15.04.10 - 31.10.10
25.06.10 - 31.10.10
ab 27.07.10
Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf während der Arbeitszeit